07.09.2001
Chronischer Beschäftigungsmangel in der Region Brüssel-Hauptstadt
Thibaut Michot, FGTB, und Mustapha Azizi, CSC, Brüssel
Die Region Brüssel-Hauptstadt leidet seit mehr als 20 Jahren unter chronischem Beschäftigungsmangel. Eine hohe Arbeitslosenquote ist Charakteristikum der Region.
Etwa 25% der aktiven Bevölkerung (alte und frühpensionierte Arbeitslose eingeschlossen) sind hiervon betroffen. Dieser Prozentsatz entspricht 70.420 unbeschäftigten Arbeitssuchenden, d.h. einer Steigung um 4,1% im Vergleich zum vergangenen Jahr.
32,4% dieser Arbeitssuchenden sind Jugendliche, die in ihrer großen Mehrheit ein sehr schwaches Bildungsniveau (untere Sekundarstufe) haben. 41% der Brüsseler Arbeitslosen sind ausländischen Ursprungs. Dieser Prozentsatz erklärt sich nicht nur durch einen Mangel an Qualifikation, sondern auch durch ein sehr gegenwärtiges Diskriminierungsphänomen im Rahmen der Einstellungen.
Als Gewerkschaften fordern wir eine Kontrolle überall dort, wo es möglich ist, wie beispielsweise in Berufs-ausbildungseinrichtungen. Wir fordern eine reale Arbeitsbeschaffungspolitik und nicht nur Pläne zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die sich auf Beihilfen für die Arbeitgeberwelt und auf eine Manipulation der Statistiken reduzieren, um die von Europa vorgegebenen Zahlen zu erreichen.
Wir kämpfen ständig, um ein Kräfteverhältnis einzurichten, welches uns wohlgesonnen ist und dies ungeachtet des Niveaus: regional, national oder international.