07.09.2001
Die Situation in Griechenland
Eine Arbeitsmarkanalyse der EKA, Athen
Die Arbeitsmarktsituation in Griechenland hat sich während der neunziger Jahre verschlechtert. Laut EUROSTAT wies Griechenland 1997 mit 31% die drittgrößte Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen auf. Das Land folgte hierbei Spanien (40%) und Italien (33%). Der Prozentsatz entspricht dem Doppelten der Arbeitslosenzahl der über 25-Jährigen.
Junge Frauen sind Arbeitslosigkeit häufiger ausgesetzt als Männer. Die Arbeitslosenquote für Frauen betrug ca. 16.5% im Jahre 1998.
Gängige Beschäftigungsformen für junge Leute sind die Unterbeschäftigung oder eine Beschäftigung, die nicht ihrer Qualifikation entspricht. Es gibt einen Mangel an Berufserfahrung und viele Firmen stellen keine jungen Leute zu vollwertigen Beschäftigungsbedingungen ein.
Das System der Berufsausbildung muß sowohl auf europäischer als auch nationaler Ebene nachgeprüft werden. Die Berufsausbildungsprogramme, die in Griechenland bis jetzt entwickelt wurden, entsprechen nicht den Notwendigkeiten des Arbeitsmarkts. Die grundlegenden Probleme, unter welchen das griechische System leidet, sind die Vielfältigkeit der Stellen, die sich mit Berufsausbildung beschäftigen, ein Mangel an regelnder Rahmen- und Koordinierungspolitik und die schwache Rolle der Sozialakteure. Die Gewerkschaften haben einige Vorschläge in dieser Hinsicht gemacht.
Eines der wichtigsten Konzepte für die Entwicklung der Arbeitskraft in Griechenland ist das Projekt Regionaler Entwicklung 2000-2006 zugunsten der Berufsausbildung und die Beschäftigung, welches eine Verstärkung der Arbeitsnachfrage anstrebt. Eines der wichtigsten Anliegen bezüglich der Arbeitskraftentwicklung ist die Leistungsfähigkeit und die Wirkung der vorhandenen Strukturen. Ein grundlegendes Ziel ist die aktive Einbeziehung der Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen, damit ein umfassendes Konzept der Probleme und der Notwendigkeiten erstellt wird.