08.09.2001
"Jugendpolitik ist das Wichtigste für die Zukunft einer Gesellschaft"
Alberto Sera, Sekretär der Uil Rom und Lazio, Italien
Die Jugendpolitik ist das Wichtigste für die Zukunft einer Gesellschaft.
Die Gewerkschaft Uil weigert sich, die verbreiteten Vorurteile über die Jugendlichen zu aktzeptieren, die sie als „Jugendliche ohne Werte“ und "Jugendliche, die sich nicht in Politik und Gewerkschaft engagieren“ abstempeln.
Die Uil hat zusammen mit den anderen zusammengeschlossenen Gewerkschaften Italiens, der Cgil und der Cisl zwei große Events für junge Leute organisiert: Ein Konzert und ein Sportfest.
Früher haben wir den Jugendlichen empfohlen, in öffentlichen Einrichtungen zu arbeiten. Heutzutage empfehlen wir ihnen, in Firmen zu arbeiten, die Weiterbildung ermöglichen. Das ist die Herausforderung für junge Leute: wettbewerbsfähige und ständig qualifizierte Arbeit. Deswegen hat die Uil "Cepri" kreiert. Es sind Beratungsstellen, die Jugendlichen helfen eine Arbeit zu finden. Außerdem hat die Uil die CPO (Coordinierungsstelle für die Beschäftigung) ins Leben gerufen. CPO wendet sich an die Jugendlichen, die begrenzte Arbeitsverträge haben oder für Zeitfirmen arbeiten oder unter extrem unregelmäßigen Arbeitsbedingungen tätig sind.
Das Problem ist die Flexibilität, die von Jugendlichen erwartet wird. Wir haben den Unternehmensverbänden in Rom konkrete Vorschläge gemacht gegen die wilde Flexibilisierung. Diesbezüglich wünschen wir uns eine gemeinsame gewerkschaftliche Strategie in Europa.
Die Tatsache, dass die Gewerkschaften der Hauptstädte sich hier in Berlin treffen, zeigt unseren Willen gute Arbeitsformen für Jugendliche zu schaffen, die keine Rechte mißachten sondern den Jugendlichen erlauben wertvolle Bürger zu sein, die die Entwicklung Europas gestalten.