Im Zuge des europäischen Einigungsprozesses und dem notwendigen europäischen
Sozialdialog begannen Anfang der 90 ziger Jahre erste Begegnungen der in
den europäischen Hauptstädten tätigen Gewerkschaftsbünde
unter Vermittlung des EGB mit dem Ziel sozial-, arbeitsmarkt- und strukturpolitisches
Handeln in den Metropolen zu koordinieren. Diese Treffen fanden zunächst
in kleinerem Rahmen mit einigen europäischen Partnern u.a. in Stockholm,
Paris und in Berlin statt. Um eine zielgerichtete Arbeitsatmosphäre
und einen ergebnisorientierten Meinungsaustausch zu ermöglichen, mündeten
diese Treffen dann erstmals 1998 in Lissabon in eine große Konferenz
mit konstituierendem Charakter. Teilnehmer waren ca. 60 Vertreter/innen aller
in den Hauptstädten der EU vertretenen Gewerkschaftsdachorganisationen
aus 16 EU-Mitgliedsländern und weiteren assoziierten Ländern. Konferenzinhalt
ist seit-dem die politische Begleitung des europäischen Vereinigungsprozesses
unter Berücksichtigung der EU-Entscheidung für ein "Europa
der Regionen".
Übereinstimmend weisen die Arbeits- und Sozialbedingungen aller Hauptstadtregionen
die gleichen Tendenzen der Entwicklung zu Dienstleistungszentren mit massiver
Ausgrenzung wenig qualifizierter Arbeitnehmer/innen, hoher Jugendarbeitslosigkeit
und der Verelendung bestimmter Stadtquartiere auf. Die "Konferenz der
Europäischen Hauptstädte" diskutiert diese Probleme mit dem
Ziel bestehende Instrumente des Arbeitsmarktes oder der Sozialsysteme zu
entwickeln und gemeinsam mit dem EGB unter Einbeziehung der Sozialpartner
mit den Mitteln der Europäischen Kommission und der nationalen Regierungen
in allen Hauptstädten umzusetzen.